Heartbeat

 

Liebe Freunde, Mitarbeiter und Unterstützer


Paulus hatte große Pläne! Er hatte seinen Missionsauftrag in den großen Städten des Ostens abgeschlossen und wollte das Evangelium nun in Spanien verkünden. Unterwegs plante er die Gemeinde in Rom zu besuchen, um Gemeinschaft mit ihnen zu genießen und um sich von ihnen für die Weiterreise ausrüsten zu lassen (Römer 15). Soweit sein Plan. Doch wie wir wissen, kam alles anders. Paulus wollte nämlich vor seiner Spanienreise noch einmal Jerusalem besuchen. Doch in Jerusalem erwartete ihn die Verhaftung und schlussendlich die Deportation nach Rom, wo er einige Jahre später hingerichtet wurde.

Diese Geschichte fordert mich echt heraus. Denn Paulus, welcher sonst so sensibel für die Stimme des Heiligen Geistes war, scheint diesmal mit tauben Ohren unterwegs zu sein.

 In Apostelgeschichte 21 lesen wir, dass Paulus unterwegs nach Jerusalem eindringlich vom Heiligen Geist gewarnt wurde. Da steht: „Die Jünger sagten dem Paulus durch den Geist, er möge nicht nach Jerusalem hinaufgehen.“ Der Prophet Agabus fesselte sich mit dem Gürtel von Paulus die Hände und sagte: „Genau so wird es dem Besitzer dieses Gürtels ergehen.“ Doch Pauls machte das keine Angst und er zog auf direktem Weg in die Höhle des Löwen.

 Was war nun wirklich der Wille Gottes für Paulus? Wer war im Recht? Paulus oder die Jünger? Schwer zu sagen. Doch diese Geschichte zeigt uns, dass es elementar ist, in unserem Leben immer wieder inne zu halten und nach Gottes Willen und seiner Führung zu fragen.

Jesus sagte: »Meine Nahrung ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und das Werk vollende, das er mir aufgetragen hat.“ Johannes 4,34

Wir alle laufen Gefahr, unser Leben lang einfach in unserem Hamsterrad zu drehen. In unseren vorgespurten Wegen zu laufen. Es so zu machen, wie wir es gewohnt sind. Doch ist das wirklich Gottes Wille für uns? Neben all den täglichen Entscheidungen stehen wir immer mal wieder vor wichtigen Weggabelungen auf unserem Lebensweg. Das können große Fragen sein wie: „Soll ich diesen Job annehmen?“ Ist sie die richtige für mich?“ Oder auch scheinbar kleinere Fragen wie: „Bieten wir dieses Jahr ein Live-Stream an für Live on Stage?“ Welche Regionen soll ich für Life on Stage anfragen?“ Wie treffen wir all diese Entscheidungen? Aus unserer Erfahrung heraus? Nein, wir sollten es machen wie Jesus. Wir sollten in allem den Willen Gottes für unser Leben suchen. 


 Ich habe mir angewöhnt, möglichst viele meiner täglichen Entscheidungen aus dem Gebet heraus zu treffen. Auf meinem Handy habe ich eine Notizen-App, in welche ich all die Fragen, die an mich herangetragen werden, aufschreibe. Und jeden Morgen während dem Beten nehme ich mir bewusst Zeit, um diese aktuellen Fragen mit Gott zu besprechen. Das macht mich in gewissen Entscheidungen zwar etwas langsamer, aber es entspannt mich ungemein. Denn danach kann ich ruhig auf dem nun eingeschlagenen Weg weitergehen.

 Wie wir bei Paulus sehen, kann Gott uns auch gebrauchen, wenn wir den „falschen“ Weg eingeschlagen haben. Paulus konnte durch seine Gefangenschaft noch viel bewirken. Doch welchen Segen für Europa verloren ging, weil er nicht in Spanien evangelisieren konnte, lässt sich nur erahnen. So soll uns dieses Beispiel eine Motivation sein, täglich den Willen Gottes für unser Leben zu suchen. Wir wollen uns nicht von den Umständen treiben lassen, sondern in allen Entscheidungen auf die Stimme des Heiligen Geistes hören.

 

 




Gabriel Häsler

Leitung Netzwerk Schweiz und Netz-Werk Deutschland e.V.