Heartbeat

 

Liebe Freunde, Mitarbeiter und Unterstützer

Letzte Woche erzählte mir meine Freundin, wie sie an einer Evangelisation von Gott berührt wurde. Sie spürte an diesem Abend Gottes Gegenwart sehr stark und war sehr bewegt. 

Aber erst in den kommenden Wochen und Monaten realisierte sie, dass sie innere Heilung erlebt hatte. Obwohl sie eine Familie und liebe Freunde um sich hatte, überkam sie manchmal ganz plötzlich dieses nagende Gefühl von Einsamkeit und Isolation. Sie fühlte sich oft total einsam und konnte nicht gut alleine sein. Das war nun weg!

Was für einem großen Gott dienen wir, der Menschen so tief begegnen kann und sie rettet, heilt und befreit!

Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass Einsamkeit das große Thema unserer Zeit ist. Noch nie fühlten sich so viele Menschen einsam und isoliert. Es ist erwiesen, dass Einsamkeit zu Depressionen führt und die Lebenserwartung um Jahre verkürzen kann. 30% unserer Gesellschaft leben allein in einem Haushalt und in dieser Home-Office Zeit ist die Isolation so stark wie noch nie. Obwohl es manchmal schön ist allein zu sein, sind wir Gemeinschaftswesen und leiden, wenn wir zu lange allein sind. Jeder weiß, dass man ein Meerschweinchen nicht allein halten darf, aber man nimmt es einfach hin, wenn Jugendliche für die Schule monatelang nicht mehr aus dem Haus dürfen. 

Ja, Gott könnte bei jedem Menschen, der sich einsam fühlt, ein Wunder tun und ihn von diesem Gefühl befreien. In den allermeisten Fällen braucht er jedoch dich und mich, um dem Einzelnen zu begegnen. Leider sind wir sehr oft mit uns selbst beschäftigt, sodass die Menschen in unserem Umfeld gar nicht in unserem Fokus sind.

Auch ich kenne den Eiertanz, das ständige Abtasten meines Gegenübers wo seine persönlichen Corona-Abstands-Grenzen verlaufen.

Trotzdem habe ich es mir vorgenommen, nicht nur für mich und meine Familie zu leben.  Mindestens einmal in der Woche will ich jemanden treffen. Die eine Freundin treffe ich zum Spaziergang, die andere treffe ich in ihrer Stube mit Abstand und Maske, mit der dritten genieße ich Kaffee und Kuchen, und die vierte lade ich zum Abendessen ein. Obwohl Corona uns eingeschränkt hat, ist vieles noch erlaubt. Ich will mich an dem orientieren, was erlaubt ist, und nicht an dem was verboten ist.

Die eine Freundin braucht ein offenes Ohr, die andere eine Ermutigung, die dritte ein Gebet und bei der vierten darf ich direkt ins Leben sprechen. Immer in Verbindung mit Jesus soll seine Liebe direkt durch mich zu den Menschen fließen. Ja, Gott könnte meiner Freundin allein begegnen. Aber er hat sich entschieden, dass er mich und dich brauchen will. Ich will verfügbar sein und meine Zeit, Kraft und Liebe verschenken.

Freundschaft ist heilsam und wir als Christen haben so viel zu geben. Jeder Mensch möchte einen Freund haben, und jeder kann ein Freund sein. Lasst uns unsere Corona-Save-Zone verlassen und Salz und Licht sein in unserem Umfeld. Wir wollen uns von Corona nicht lähmen lassen, sondern jetzt erst recht die Schuhe der Bereitschaft anziehen und ein Licht in unserem Umfeld sein!

Christus spricht: Ihr seid das Licht der Welt. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.  Matthäus 5,14+16

Madeleine Häsler
Leiterin Netz-Werk